Aufforstung im Schellenberger Wald

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Den schweren Gewittersturm am 9. Juni 2014 werden viele in bleibender Erinnerung halten. „Ela“ zählt zu den schlimmsten Unwettern der vergangenen Jahrzehnte in NRW. Mit Böen von über 142 Stundenkilometern richtete er verheerende Schäden an: umgestürzte Bäume, abgeknickte Äste, herausgedrehte Kronen. Auch der Schellenberger Wald sowie der Wald an der Korte Klippe in Heisingen boten nach dem Sturm ein Bild der Verwüstung. Seit drei Jahren wird vor Ort nun fleißig aufgeforstet – dank einer Spendenaktion, die von der Bürgerschaft Heisingen ins Leben gerufen wurde.

Bodo Flüchter, stellvertretender Vorsitzender, bringt es beim Pressetermin im Schellenberger Wald direkt auf den Punkt: „Wir haben eine gewisse Verpflichtung, unseren Nachkommen einen gesunden Wald zu hinterlassen.“

Den Anstoß zu dieser Pflanz-Aktion gab der erste Vorsitzende der Bürgerschaft Heisingen Günter Kirsten. Gemeinsam mir der Werbegemeinschaft „Wir für Heisingen“ und der Politik vor Ort sammelte die Bürgerschaft fleißig Gelder. Am Ende konnte man sich über eine fünfstellige Summe freuen.

Wie bereits in den vergangenen zwei Jahren werden auch in diesen Tagen wieder 2.000 Bäume vor Ort gepflanzt. Unterstützt wird die Aktion von Grün & Gruga – denn auch Manpower ist von Nöten. Drei Auszubildende des Forstbetriebs der Stadt Essen wurden mit der Aufforstung betraut. Drei bis vier Tage lang werden sie dafür immer wieder mit dem sogenannten Pflanzfuchs Löcher in die Erde bohren.

Dem Wald wieder auf die Sprünge helfen

„Wir wollen dem Wald wieder auf die Sprünge helfen“, betont Tobias Hartung, Förster bei Grün & Gruga. „Rund zwei bis drei Jahre werden die neuen Pflanzen von uns gepflegt. Das heißt, sie werden von den vielen Brombeeren, die hier wild wachsen, immer wieder freigeschnitten. Später können sie sich dann von alleine weiterentwickeln.“

Gepflanzt werden Traubeneiche, Weiß-Tanne, Lärche, Vogelkirsche, Spitz- und Feldahorn sowie auch Ess-Kastanie und Walnuss.

„Letztere waren mir besonders wichtig“, so Ursula Podeswa, Pressesprecherin der Bürgerschaft. „Schließlich macht nicht nur das Sammeln von Kastanien und Walnüssen Spaß, sondern sie schmecken auch hervorragend.“

Und Henner Höcker, ebenfalls Mitglied bei der Bürgerschaft, fügt hinzu: „Eigentlich wiederholen wir nur das, was unsere Vorgängergenerationen bereits gemacht haben – wir pflanzen. Denn vor Ela standen hier zum Beispiel Eichen, die teilweise bereits Hunderte von Jahren alt waren.“

Zertifiziertes Saatgut aus NRW

Gekauft wurde zertifiziertes Forstsaatgut aus NRW, das in den Baumschulen angezogen wurde.

„Für Eichen ist es z.B. wichtig, dass sie aus dem Rheinland kommen, um hier vor Ort gut zu gedeihen. Saatgut aus Norddeutschland hätte hier keine Chance, sich anzupassen“, erklärt Förster Tobias Hartung.

Aufgeforstet wird eng auf eng. Die kleinen Pflanzen brauchen sich gegenseitig – sie orientieren sich aneinander, wachsen somit schneller, spenden einander Schatten und gedeihen letztendlich zu einer Dickung. Erst dann bleiben einige von ihnen auf der Strecke. Der Ausfall liegt bei rund 5 Prozent. Tobias Hartung: „Im Wald herrscht wie überall im Leben Konkurrenzkampf. Dabei geht es stets um drei Ressourcen: Licht, Wasser und Nährstoffe.“

Aber nicht nur die neuen Bäume werden den Wald in Zukunft prägen, sondern auch die sogenannten Baumleichen. Das sind jene, die Ela zwar überlebt haben, aber durch den Kahlschlag auf einmal dem gleißenden Sonnenlicht ausgesetzt waren. Die Borken kannten dies nicht und das führte wiederum zu „Sonnenbränden“ und Pilzbefall. Sie sollen, sofern sie nicht eine Gefahr für Spaziergänger bergen, den Insekten als Unterschlupf dienen.

Und worauf hofft ein Förster, damit ein neuer Wald gut gedeiht?
Tobias Hartung hat da nur einen Wunsch: „Ich hoffe auf ein feuchtes Frühjahr!“

(Übernommen aus dem Ruhrkurier)

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