Gedenkveranstaltung am 6. Mai 2018

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An einem grauen Tag im Mai 1918:
Ein Riesenflugzeug stürzt in Heisingen ab.

Am grauen Montag, dem 6. Mai 1918, verflog sich das Riesenflugzeug Nummer R38 vom Typ „Staaken R VI“, mit 8 Mann Besatzung ins Ruhrtal und stürzte an den Ruhrhöhen unweit von Haus Heisingen ab. Der Flieger war nach Recherchen des Museumskreis des Bergbau- und Heimatmuseums im Paulushof auf einem Überführungsflug nach Köln. Plötzlich war der Erste Weltkrieg mit seinen Schrecken von den entfernten Fronten in Frankreich und Flandern mitten ins Ruhrgebiet eingeschlagen. Aus dem zerschellten Wrack wurden sieben Soldaten nur noch tot geborgen.

Ein Gefreiter kam schwer verletzt ins Essener Elisabeth-Krankenhaus und überlebte. Die Toten wurden in der damals gerade fertiggestellten Jugendhalle an der Bahnhofstraße aufgebahrt. An der Trauerfeier nahmen über 2500 Menschen teil. Vier der Absturzopfer wurden auf dem alten Friedhof an der Georgskirche bestattet, die anderen in ihre Heimatorte überführt.

Die Heisinger Bürgerschaft und der Museumskreis richten nun eine Gedenkfeier mit Kranzniederlegung am Absturzort aus. Auf der bewaldeten Bergkuppe am „Wechselpfad“ oberhalb der Wuppertaler Straße hatten die Heisinger in den 20er Jahren, noch zu Zeiten ihrer kommunalen Selbständigkeit, ein Denkmal mit den Namen der Opfer errichtet. Im Zweiten Weltkrieg wurde der metallene Adler, der auf dem Denkmal trohnte, zu Munition eingeschmolzen und das Denkmal im abgelegenen Waldidyll verfiel.

1992 renovierte die Bürgerschaft das Denkmal. Der Heisinger Künstler Helmut Felderhoff setzte einen Falken auf die Säule. Nur Monate später nutzten junge Sprayer das Denkmal als Leinwand. Bemühungen zur Renovierung scheiterten bislang an der Kostenfrage. Der abgelegene Standort gilt als unkontrollierbar.

Unlängst hat nun die Hattinger Reinigungsfirma Machtemes als großzügiger Sponsor das Denkmal fachgerecht gereinigt. Der Bürgerschaftsvorsitzende Günter Kirsten ist sehr dankbar, dass rechtzeitig zum 100. Gedenktag das Denkmal unbürokratisch und kostenfrei hergerichtet werden konnte.

Am Sonntag, den 6. Mai 2018 um 11.00 Uhr wird der Essener Bürgermeister Rudolf Jelinek die Gedenkrede halten. Eingeladen haben Bürgerschaft und Museumskreis zudem Bezirksbürgermeister Manfred Kuhmichel und die Bezirksvertreterinnen und -vertreter der Ruhrhalbinsel.

Christian Breuer vom Museumskreis: „Noch sind einige Details des Unglücks unklar. Im September 2018 findet eine Ausstellung in der Jugendhalle zum ‚Tag des Offenen Denkmals‘ statt, bei der wir unsere Erkenntnisse der interessierten Öffentlichkeit vorstellen.“

Die Gedenkveranstaltung findet am 6. Mai um 11.00 Uhr am Denkmal statt.
Zu erreichen ist sie über die Straße Wechselpfad. Hinweisschilder sind an den Waldwegen angebracht.

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